Wie wir Farbblöcke in vier Monaten gebaut haben
Farbblöcke ist das zehnte Spiel, das wir veröffentlicht haben, und das erste, das wir vor dem selbst gesetzten Termin fertig hatten. Vier Monate, zwei Leute, keine Hilfe von außen – abgesehen von einem Freund, der es auf einem alten Android-Handy getestet hat. So ungefähr ist die Zeit verlaufen.
Monat eins: eine Regel
Wir haben mit einer einzigen Vorgabe angefangen: Das Spiel musste sich im Stehen mit einem Daumen spielen lassen. Diese Regel hat die Größe des Spielfelds, die Position der Teileleiste und am Ende die gesamte Art Direction bestimmt. Alles, was eine zweite Hand oder einen präzisen Tipp brauchte, flog in den ersten drei Wochen raus – auch eine Drehgeste, die wir sehr mochten.
Der Prototyp war hässlich und nach neun Tagen fertig. Bevor wir echten Code geschrieben haben, haben wir ihn zwei Wochen lang im Bus gespielt.
Monat zwei: die Woche, in der wir fast von vorn angefangen hätten
Das Schwierigste war die Punktewertung. Unser erstes System hat es belohnt, mehrere Reihen gleichzeitig abzuräumen. Das klingt naheliegend, hat das Spiel aber auf eine Weise angespannt gemacht, die wir nicht wollten. Die Spieler haben aufgehört, Teile zu legen, und angefangen, sie zu horten.
Die Wertung hat Horten belohnt, also haben die Leute gehortet. Die Belohnung zu ändern, hat das Spiel stärker verändert als jede Grafiküberarbeitung.
Die veröffentlichte Version belohnt gleichmäßiges Abräumen mit einem kleinen, sichtbaren Multiplikator, der langsam abklingt. Das fühlt sich großzügig an – genau das Gefühl, das wir wollten.
Monat drei: Farbe, Sound und alte Handys
Die Palette hat vier Durchgänge hinter sich. Den letzten hat ein Farbenblindheits-Simulator bestimmt: Bei Deuteranopie sahen zwei unserer Blockfarben fast gleich aus, also hat jedes Teil zusätzlich eine eigene Form bekommen. Der Sound kam spät und bewusst leise dazu.
Zum Testen haben wir zwei gebrauchte Android-Handys gekauft, beide vier Jahre alt. An einem Wochenende haben sie mehr Probleme gefunden als ein Monat Tests im Editor: Framedrops bei der Abräum-Animation, eine Speicherspitze beim täglichen Spielfeld und eine Schriftart, die an einer Stelle keine türkischen Zeichen darstellen konnte.
Monat vier: Release
Der letzte Monat ging für Store-Grafiken, Werbeplatzierung und die Bestenliste drauf. Werbung erscheint nur zwischen den Runden. Das hat uns etwa ein Drittel der Einnahmen gekostet, die die Standardplatzierung des Werbenetzwerks gebracht hätte. Wir haben entschieden, dass das der Preis dafür ist, dass sich das Spiel ruhig anfühlt.
Farbblöcke ist am 14. März 2026 mit 24 MB erschienen. Wenn du sehen willst, was zwei Leute in vier Monaten schaffen: Es ist in beiden Stores kostenlos.